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Nach Kriegsverbrechen in Gaza: Psychische Probleme bei vielen israelischen Soldaten
Seit mehr als 1000 Tagen führt Israel einen Vernichtungsfeldzug in Gaza. Nun schlagen die israelischen Behörden Alarm: Die Zahl der Soldaten mit psychischen Belastungen ist stark gestiegen, das Rehabilitationssystem gerät zunehmend unter Druck.
Nach Kriegsverbrechen in Gaza: Psychische Probleme bei vielen israelischen Soldaten
Grenze zum Gazastreifen, 26.05.2026 / Foto: Ariel Schalit/AP

Fast drei Jahre nach Beginn des israelischen Vernichtungskrieges in Gaza haben zahlreiche israelische Soldaten mit psychischen Problemen zu kämpfen. 65 Prozent von insgesamt 26.600 im Krieg verletzten Soldaten und Soldatinnen, die sich an die Rehabilitationsabteilung des israelischen Verteidigungsministeriums gewandt hätten, litten unter psychischer Belastung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD), hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Ministeriums. 

Die Gesamtzahl der verletzten Soldaten und Sicherheitskräfte aus allen Kriegen der israelischen Geschichte werde voraussichtlich bereits in diesem Jahr die Marke von 90.000 überschreiten, hieß es ferner. In den letzten drei Jahren sei ein starker Anstieg verzeichnet worden. 

Das Verteidigungsministerium warnte, angesichts der hohen Zahl könnte „das nationale System zur Rehabilitation der Kriegsverletzten zusammenbrechen“. Nach Schätzungen der Rehabilitationsabteilung wird die Gesamtzahl der in Behandlung befindlichen Verletzten bis 2028 auf etwa 100.000 steigen, davon rund 50.000 mit psychischen Beeinträchtigungen. Neben PTSD gehe es dabei um Beschwerden wie Angstzustände, Anpassungsschwierigkeiten und Depressionen. Die Hilfsangebote seien erheblich ausgeweitet worden. 

Hohe psychische Belastung unter Binnenvertriebenen in Gaza

Der vergangene Donnerstag markierte den 1000. Tag des Gaza-Krieges. Mehr als zwei Millionen Menschen leben in der palästinensischen Enklave nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen unter verheerenden Bedingungen, viele von ihnen sind Binnenvertriebene und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehrere Studien, darunter Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation, weisen auf eine hohe Verbreitung schwerer psychischer Belastungen unter Palästinensern im Gazastreifen hin, die infolge der israelischen Kriegsverbrechen und Gewalt vor allem unter Depressionen, Angststörungen und starkem Stress litten.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet, der von palästinensischer Seite und internationalen Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der offiziellen Waffenruhe mindestens 1059 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 73.070 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 173.537 weitere.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen